Etsy Shop eröffnen: Anleitung, Kosten und Pflichten in Deutschland

Einen Etsy Shop eröffnest du auf etsy.com/sell: Shop-Einstellungen wählen, Shopnamen vergeben, das erste Angebot einstellen, die Auszahlung einrichten und die einmalige Einrichtungsgebühr zahlen. Mit fertigen Fotos dauert das etwa eine Stunde. Hier stehen alle Schritte, die Kosten und die wichtigsten Pflichten für Verkäufer in Deutschland.

Das brauchst du vor dem Start

Halte diese Dinge bereit, damit du die Einrichtung nicht unterbrechen musst:

  • Ein Etsy-Konto. Du meldest dich im ersten Schritt an oder legst eines an.
  • Ein Produkt mit Fotos, Titel, Beschreibung und Preis. Etsy öffnet den Shop erst, wenn das erste Angebot eingestellt ist. Etsy empfiehlt Fotos mit mindestens 2000 Pixeln pro Seite, die Größen findest du in unserem Leitfaden zu Etsy-Bildgrößen (auf Englisch).
  • Ein Bankkonto für die Auszahlungen und eine Zahlungskarte für Etsys Gebühren.
  • Angaben zu deiner Person. Etsy kann verlangen, dass du deine Identität bestätigst, bevor es dir Geld auszahlt.

Etsy Shop eröffnen: Schritt für Schritt

  1. Öffne etsy.com/sell und klicke auf die Schaltfläche zum Starten (englisch Get started). Melde dich an oder lege ein Etsy-Konto an, falls du noch keines hast.
  2. Wähle die Shop-Einstellungen: Shop-Sprache, das Land, aus dem du verkaufst, und die Währung für deine Preise. Nimm die Währung, in der du ausgezahlt werden möchtest, denn eine spätere Änderung ist umständlich.
  3. Vergib den Shopnamen. Er muss 4 bis 20 Zeichen lang sein, ohne Leerzeichen und Sonderzeichen, ohne Schimpfwörter, noch nicht vergeben und frei von fremden Markenrechten. Fehlt dir eine Idee, hilft der kostenlose Etsy-Shopnamen-Generator (auf Englisch) mit passenden Vorschlägen.
  4. Stelle dein erstes Angebot ein: Fotos, Titel mit bis zu 140 Zeichen, Beschreibung, Preis, Menge, Versand und bis zu 13 Tags. Mit dem kostenlosen Titel-Generator und Tag-Generator (beide auf Englisch) erzeugst du beides aus deinem Artikel.
  5. Richte Auszahlung und Abrechnung ein. Wähle das Land deiner Bank und ob du als Einzelperson beziehungsweise Einzelunternehmer oder als Kapitalgesellschaft verkaufst. Danach hinterlegst du Bankverbindung und eine Zahlungskarte für die Abrechnung.
  6. Zahle die Einrichtungsgebühr und eröffne den Shop. Etsy verlangt einmalig eine nicht erstattungsfähige Einrichtungsgebühr und zeigt dir den genauen Betrag vor der Bestätigung. Bestätigst du ihn, ist dein Shop offen.

Was kostet es, einen Etsy Shop zu eröffnen?

KostenWannBetrag
EinrichtungsgebührEinmalig beim Eröffnen15 US-Dollar oder die lokale Entsprechung, in manchen Ländern bis 29 US-Dollar
EinstellgebührPro Angebot, alle vier Monate oder bei Verkauf0,20 US-Dollar
TransaktionsgebührBei jedem Verkauf6,5 % vom Artikelpreis plus Versand
ZahlungsabwicklungBei jedem VerkaufFür Verkäufer in Deutschland 4 % + 0,30 €
Monatliches AboKeines nötigEtsy Plus ist optional

Es gibt keine Pflichtgebühr pro Monat. Ein kleiner Shop zahlt also einmal die Einrichtungsgebühr und danach nur ein paar Dollar im Monat für Einstellgebühren, dazu die Gebühren pro Verkauf. Was bei einer konkreten Bestellung nach allen Abzügen übrig bleibt, rechnet dir der kostenlose Etsy-Gebührenrechner aus.

Gewerbe, Steuern und Impressum in Deutschland

Das hier ist ein allgemeiner Überblick und keine Rechts- oder Steuerberatung. Lass deinen Fall im Zweifel von einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater prüfen.

  • Gewerbeanmeldung. Wer regelmäßig und mit Gewinnabsicht verkauft, betreibt in der Regel ein Gewerbe und meldet es beim Gewerbeamt der Gemeinde an. Das kostet meist etwa 20 bis 50 Euro. Einzelne Verkäufe aus dem privaten Besitz sind etwas anderes als ein laufender Shop.
  • Finanzamt. Nach der Anmeldung schickt das Finanzamt den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Gewinne aus dem Shop versteuerst du in der Einkommensteuererklärung.
  • Kleinunternehmerregelung. Seit 2025 gilt sie, wenn dein Nettoumsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr höchstens 100.000 Euro beträgt. Dann weist du keine Umsatzsteuer aus. Überschreitest du 100.000 Euro, gilt die normale Umsatzsteuer ab dem Umsatz, der die Grenze übersteigt.
  • Impressum. Als gewerblicher Verkäufer brauchst du ein Impressum, das leicht erreichbar ist. Es enthält mindestens deinen Namen, eine ladungsfähige Anschrift (kein Postfach), eine E-Mail-Adresse und gegebenenfalls deine Umsatzsteuer-ID. Fehlt es, drohen Abmahnungen.
  • Widerruf und Verbraucherinfos. Verbraucher haben bei Fernabsatz in der Regel ein 14-tägiges Widerrufsrecht, mit Ausnahmen zum Beispiel für Waren, die nach Kundenwunsch angefertigt werden. Du musst darüber informieren, ebenso über Versandkosten und Preise inklusive Umsatzsteuer.
  • Meldung durch Etsy (DAC7). Etsy meldet Verkäufer, die in einem Jahr 30 oder mehr Verkäufe haben oder mehr als 2.000 Euro einnehmen, an das Bundeszentralamt für Steuern. Du musst nichts selbst melden, aber wer unter der Grenze bleibt, ist deswegen nicht steuerfrei.
  • Verpackung. Wer Waren in Verpackungen an Endkunden versendet, kann sich im Verpackungsregister LUCID registrieren müssen. Prüfe das, bevor du viel verschickst.

Nach der Eröffnung: das machst du zuerst

  • Shop-Seiten fertigstellen. Ergänze Über-uns-Bereich, Shop-Richtlinien, Banner und Logo.
  • Angebote auffindbar machen. Etsys Suche vergleicht Titel, Tags und Attribute. Der kostenlose Angebots-Check (auf Englisch) bewertet ein Angebot und zeigt, was fehlt.
  • Mehr Angebote einstellen. Zum Eröffnen reicht eines, aber mehrere geben Suche und Käufern mehr zum Finden.
  • Käufer anziehen. Ein neuer Shop hat keine Geschichte, deshalb zählt Werbung früh. Ein Überblick steht in unserem Leitfaden Etsy-Shop bewerben (auf Englisch).

Schritte, Shopnamen-Regeln und Einrichtungsgebühr nach der englischen Etsy-Hilfe, Stand 6. Oktober 2026. Die Hinweise zu Gewerbe, Steuern und Impressum sind allgemeine Information nach öffentlich zugänglichen Quellen, Stand ebenfalls 6. Oktober 2026. Etsy und der Gesetzgeber ändern Abläufe und Grenzen gelegentlich, es gelten die Angaben auf deinen Bildschirmen und der Behörden.

Häufige Fragen

Was kostet es, einen Etsy Shop zu eröffnen?

Etsy verlangt beim Eröffnen einmalig eine nicht erstattungsfähige Einrichtungsgebühr von 15 US-Dollar oder der lokalen Entsprechung, in manchen Ländern bis 29 US-Dollar, und zeigt den Betrag vor der Bestätigung. Danach kostet jedes Angebot 0,20 US-Dollar, und bei jedem Verkauf fallen 6,5 % Transaktionsgebühr plus Zahlungsabwicklung an. Ein Pflicht-Abo gibt es nicht.

Kann ich auf Etsy kostenlos verkaufen?

Nicht ganz. Das Eröffnen kostet einmalig die Einrichtungsgebühr, und schon das erste Angebot kostet 0,20 US-Dollar. Beides ist wenig und es gibt keine monatliche Gebühr, kostenlos ist die Eröffnung aber nicht.

Brauche ich ein Gewerbe, um auf Etsy zu verkaufen?

In der Regel ja, sobald du regelmäßig und mit Gewinnabsicht verkaufst. Dann meldest du ein Gewerbe beim Gewerbeamt an, was meist etwa 20 bis 50 Euro kostet. Wer nur gelegentlich Dinge aus dem eigenen Besitz verkauft, ist anders zu beurteilen. Im Zweifel frag das Gewerbeamt oder eine Steuerberatung.

Muss ich auf Etsy Umsatzsteuer ausweisen?

Nicht, wenn die Kleinunternehmerregelung für dich gilt: Nettoumsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro und im laufenden Jahr höchstens 100.000 Euro. Andernfalls weist du Umsatzsteuer aus. Prüfe deine Lage mit dem Finanzamt oder einer Steuerberatung.

Brauche ich ein Impressum für meinen Etsy Shop?

Ja, als gewerblicher Verkäufer. Das Impressum muss leicht erreichbar sein und mindestens Namen, Anschrift ohne Postfach, E-Mail-Adresse und gegebenenfalls Umsatzsteuer-ID enthalten. Fehlt es, drohen Abmahnungen.

Meldet Etsy mich dem Finanzamt?

Etsy meldet Verkäufer an das Bundeszentralamt für Steuern, wenn sie in einem Jahr 30 oder mehr Verkäufe haben oder mehr als 2.000 Euro einnehmen (DAC7). Du musst selbst nichts melden. Auch unterhalb der Grenze musst du deine Einnahmen versteuern.

Ist der Shop offen, müssen deine Angebote noch gefunden werden

SellerMarketingTool prüft deine Angebote und schreibt Tags, Titel und Beschreibungen aus deinem eigenen Artikel, statt dass du Suchbegriffe raten musst.

Kostenlose Tools testen

Keine Kreditkarte nötig.